Die Geschichte zweier Städte präsentieren Erich Bremm (l.) und Klaus Lohmann (r.). Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool WAZ. Hertens englische Partnerstadt Doncaster will der Bergbaustadt den Laufpass geben, auch andernorts knirscht es bei den Städtepartnerschaften. In Witten dagegen bekommen die Beziehungen zu Barking and Dagenham gerade wieder neuen Schwung.

Wittens Partnerstadt liegt in der Grafschaft Essex und bildet einen der 32 Stadtbezirke von Groß-London. Die Barking Abbey School ist die Partnerschule der Holzkamp-Gesamtschule, doch hatte die englische Schule den Kontakt nach einer Umstrukturierung etwas einschlafen lassen. „Seit 2010 gibt es intensive Bemühungen, die Verbindung wieder in Gang zu bringen“, sagt Erich Bremm, stellvertretender Vorsitzender des Barking and Dagenham/Witten-Clubs. „Die Holzkampschule bemüht sich jetzt um Fördermittel für eine Reise nach England.“

Die Partnerschaft zwischen Barking and Dagenham und Witten ist einer der ältesten Kontakte zwischen einer deutschen und einer englischen Stadt, heißt es in dem länderübergreifenden Club. „Wir halten weiter intensiven Kontakt, auch wenn auf englischer Seite leider die Planstelle unserer Ansprechpartnerin bei der Stadtverwaltung eingespart worden ist.“ Doch sei die Haushaltslage von Barking and Dagenham noch schlechter als die Wittener Finanzen.

Aber die Kontakte laufen, eine 36-köpfige Besuchergruppe aus der südenglischen Partnerstadt hatte noch vom 25. bis 29. Juli Witten besucht. Manche der Gäste hatten zuvor kaum etwas vom Ruhrgebiet gesehen und waren erstaunt, wie grün die Region sich präsentiert.

Damit dieses Staunen anhält, gibt es für Reisen in die und aus den Partnerstädten Zuschüsse, die von Evelyn Müller bei der Stadtverwaltung vergeben werden. der Zuschuss-Topf speist sich aus Spenden, im Schnitt stehen jährlich rund 20 000 Euro zur Verfügung. Müller: „Wir hatten zuletzt Mitte November mit dem Bürgermeister-Büro von Barking and Dagenham Kontakt, er war freundlich und entgegenkommend wie bisher. Und unsere Weihnachtskarten sind auch schon unterwegs.“

Gemeinsam mit Claudia Formann ist sie das Bindeglied zwischen Stadt und Vereinen. Formann lobt das Engagement des Clubs und wünscht sich, dass die Städtepartnerschaften noch stärker wahrgenommen würden: „Von unserer Seite sind keinerlei Einschränkungen geplant.“

WAZ-Bericht von Bernd Kassner