b_300_0_16777215_00_images_stories_waz_2013_01_31.jpgWAZ. Es waren einmal drei ältere Herren, die feierten vorletztes Jahr runde Geburtstage. Doch Klaus Lohmann (inzwischen 76), Erich Bremm (71) und Horst Görlitz (71) wünschten sich keine Blumen oder Bücher, sondern Geld. Denn die Drei, allesamt dem Partnerschaftsverein Witten verbunden, hatten eine Idee: Sie wollten ein internationales Jugendcamp auf die Beine stellen. Gesagt, getan. Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren.

Denn immerhin 16 200 Euro Spenden kamen als Geburtstagsgeschenke zusammen. Genug, um mit der Planung zu beginnen. Schnell waren sich Lohmann, Bremm und Görlitz einig, dass die jungen Leute aus Wittens Partnerstädten kommen sollten und das Treffen in Mallnitz stattfinden sollte. Die beschauliche Gemeinde im österreichischen Kärnten am Fuße der Hohen Tauern verbindet seit 1979 eine Partnerschaft mit der Ruhrstadt.

Eigentlich hatten die Herren schon das letzte Jahr ins Auge gefasst – ohne daran zu denken, dass 2012 die Olympiade in London stattfand. Gleich kam von den Partnern aus Barking and Dagenham Einspruch. Doch weil alle Partnerstädte von der Idee begeistert waren, einigte man sich auf die Zeit vom 17. bis 25. August 2013. Bis zu zehn Teilnehmer zwischen 14 und 17 Jahren dürfen aus Barking and Dagenham, Kursk, Beauvais, Tczew, Lew Hasharon, Wolfen, Mallnitz und nicht zuletzt aus Witten mit dabei sein – junge Leute, die z.B. sozial engagiert, im Sportverein aktiv oder bei der Jugendfeuerwehr sind und ganz gut Englisch sprechen. Auch einen Programm-Entwurf gibt es schon.

Denn das alles ist nicht mehr „so lange hin“, wie viele Beteiligte denken. Und, sagt Bremm, einiges müsse noch organisiert werden: etwa der Speiseplan vor Ort oder die preisgünstigste Anreise. Außer der Geburtstagsspende schießt der Wolfener Hüttenverein 6700 Euro zu, 100 Euro sollen pro Teilnehmer fällig werden, Zuschüsse aus EU-Programmen sind angestrebt. Bleiben noch einige tausend Euro, die die Herren über weitere Spenden eintreiben wollen. Lohmann: „Entsprechende Bettelbriefe sind unterwegs.“

WAZ-Bericht von Annette Kreikenbohm